Kitzrettung 2026 - Saisonabschluss – Aktueller Stand der Saison
| Gerettete Rehkitze | 222 |
| Kontrollierte Felder | 547 |
| Kontrollierte Fläche | 1.482 ha |
Mit dem Abschluss der Heuernte und den letzten Einsätzen endet auch die Kitzrettungssaison 2026. Eine Saison, die uns gefordert, manchmal an unsere Grenzen gebracht und uns alles abverlangt hat. Dennoch haben wir sie gemeinsam gemeistert – mit Leidenschaft, Teamgeist und dem guten Gefühl, unzähligen Wildtieren das Leben gerettet zu haben.
In den vergangenen Tagen zeigte sich deutlich, dass die Rehkitze inzwischen kräftiger und deutlich mobiler geworden sind. Die wenigen Tiere, die noch auf den Wärmebildern entdeckt
wurden, ließen sich – bis auf einzelne Ausnahmen – nicht mehr sichern und flüchteten bereits bevor unserer Helfer nahe genug dran waren.
Erschwert wurden die letzten Einsätze zusätzlich durch eine außergewöhnliche Hitzewelle. Bei Tageshöchsttemperaturen von bis zu 35 °C und Nachttemperaturen von teilweise über 20 °C kühlten die Wiesen kaum noch aus. Dadurch verringerte sich der Temperaturunterschied zwischen Boden und Wild erheblich, wodurch die Wärmebildtechnik bereits am frühen Morgen an ihr physikalischen Grenzen nahe kam, aber mit viel Erfahrung dennoch erfolge hatte.
Hinter diesen Zahlen steckt weit mehr als nur der morgendliche Drohnenflug. An 30 Einsatztagen waren unsere vier Drohnenteams bereits ab 5:00 Uhr unterwegs und oft bis 9:00 Uhr und länger im Einsatz. Daraus ergeben sich allein rund 960 ehrenamtliche Einsatzstunden. Planung, Einsatzkoordination, Akkupflege, Wartung der Technik und Nachbereitung sind dabei noch gar nicht berücksichtigt. Auch finanziell tragen unsere Teams einen erheblichen Teil der Last selbst. Bereits bei einer vorsichtigen Berechnung mit nur einem Fahrzeug je Team wurden in dieser Saison über 3.200 Kilometer zurückgelegt. Tatsächlich dürfte die Fahrleistung deutlich höher liegen, da häufig weitere Helfer mit eigenen Fahrzeugen anreisen oder zusätzliche Fahrten erforderlich sind, Kraftstoff, Fahrzeugverschleiß und ein Großteil der Ausrüstung werden dabei privat getragen.
Vier Jahre Kitzrettung – eine beeindruckende Entwicklung
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Der Blick auf die vergangenen vier Jahre zeigt eindrucksvoll, welche Entwicklung die Kitzrettung der Jägervereinigung Ehingen genommen hat. Aus einem engagierten Projekt ist eine feste Größe im Wildtierschutz unserer Region geworden. Die Zahl der betreuten Flächen hat sich gegenüber den Anfangsjahren mehr als verdoppelt. Gleichzeitig konnten in den vergangenen beiden Jahren jeweils über 220 Rehkitze vor dem Mähtod bewahrt werden.
Dieser Erfolg ist nur möglich, weil viele Landwirte, Jagdpächter, Helferinnen und Helfer sowie unsere Drohnenteams hervorragend zusammenarbeiten. Dennoch wünschen wir uns, dass sich künftig noch mehr Revierinhaber aktiv an der Kitzrettung beteiligen. Jeder, der Verantwortung übernimmt, trägt dazu bei, weiteres Tierleid zu verhindern. Kitzrettung ist gelebter Natur- und Tierschutz – und eine gemeinsame Aufgabe aller Beteiligten.
Unser Fazit
Oder, wie wir Kitzretter es in unserer Jägervereinigung gerne sagen: “Wenn am Ende einer Saison 222 Rehkitze weiterleben dürfen, dann war jeder einzelne Weckruf vor Sonnenaufgang die Mühe wert.”
Ein kräftiges Weidmannsheil allen Jägerinnen und Jägern, allen Helferinnen und Helfern sowie den Landwirten die diese Saison mit Herzblut begleitet haben, und unser Dank gilt jedem Einzelnen, der Zeit, Wissen, Technik und Engagement eingebracht hat.
Denn am Ende sind es nicht die 222 geretteten Rehkitze, die unsere Kitz-Saison ausmachen – sondern die Menschen, die sich entschieden haben, Verantwortung für unsere heimische Tierwelt zu übernehmen.











