Info zur Kitzrettung

Info

Im Mai und Juni setzen die Rehgeißen ihre Kitze, die Rehkitze vor dem Mähtod bewahren hat nicht nur ethische Gründe.

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Die Rehkitzrettung

Die Gesetzeslage ist hier ganz klar: Wer die Tötung oder die Verletzung von Wildtieren durch die Grünlandmahd für wahrscheinlich hält und gleichzeitig keine geeigneten Gegenmaßnahmen ergreift, macht sich strafbar. Der Landwirt und die von ihm mit der Mahd beauftragten Personen sind verpflichtet, alles Zumutbare zu unternehmen, um die Verletzung oder Tötung von Tieren zu vermeiden.

Landwirte haben auch ein wirtschaftliches Interesse an der Vermeidung des Mähtods. Denn von Tierkadavern, die in Futtersilage gelangen, geht ein hohes Gefahrenpotenzial für ihre Nutztiere aus.

Was kann man tun?

Vergrämung kann gut funktionieren. Es können optische Scheuchen wie Blinkleuchten oder Pfähle mit Geruchspads oder Flatterband aufgestellt werden. Noch bessere Vergrämungseffekte werden mit einer Kombination daraus erreicht. Man kann die Flächen unmittelbar vor der Mahd nach Kitzen absuchen. Dies kann z.B. mit Hunden geschehen oder mit Hilfe von tragbaren Infrarot-Wildrettern. In den letzten Jahren hat sich eine Art der Kitzsuche als besonders effektiv erwiesen: Der Einsatz von Drohnen mit Wärmebildkamera.

 

Wir helfen mit Drohne und Wärmebildkamera

Wir möchten Landwirte und Jäger mit dieser Technik unterstützen und haben uns mit der DJI Mavic 2 Enterprise eine optimale Drohne für die Kitzsuche angeschafft. Unsere Piloten sind allesamt selbst Jäger und besitzen mindestens den EU-Kompetenznachweis A1/A3. Da es uns bei der Kitzrettung allein um die gute Sache geht, fliegen wir rein ehrenamtlich.

 

Für wen fliegen wir?

Wir wollen schwerpunktmäßig Landwirte und Jäger im Wirkungsbereich unserer Jägervereinigung unterstützen. Wichtig ist , dass der zuständige Jagdpächter oder eine Jagdausübungsberechtigte Person des Revieres bei dem Einsatz dabei ist.Bei einer guten Wettervorhersage kann es vorkommen, dass mehrere Landwirte gleichzeitig mähen wollen. Grundsätzlich gilt dann „der frühe Vogel fängt den Wurm“. Es gibt aber keinen Rechtsanspruch auf einen Drohnenflug.

Wie kann man einen Flug anfragen?

Wer sich für einen Kitzsuche mittels Wärmebilddrohne interessiert und von einem bevorstehenden Mahd Termin weiß, kann über unsere Internetseite ein Flug anfragen.

Diese Informationen sind dabei Wichtig:

  • Name und Telefonnummer des Anfragenden,
  • Name des Jagdausübungsberechtigten
  • Mahdtermin,
  • Lage und ungefähre Größe der abzusuchenden Flächen.

 

Was ist vom Leistungsempfänger vorzubereiten und was ist mitzubringen?

Wir sind auf die Unterstützung durch zwei bis drei ortskundige Personen angewiesen. Sie weisen das Pilotenteam in die zu befliegenden Flächen ein und helfen bei der Kitzrettung mit.

Mitzubringen sind deshalb:

  • Handschuhe (die Kitze sollen nicht mit bloßen Händen angefasst werden),
  • Wasserfeste Shuhe am besten Gummistiefel (die Wiesen sind zu den Flugzeiten am frühen Morgen meist nass)
  • ein paar luftdurchlässige Behälter (z.B. verschließbare Plastikkörbe oder Faltkisten, zur Not auch Wäschekörbe), mit denen die Kitze aus den Wiesen geborgen werden können und in/unter denen die Kitze gesichert werden, bis die Mahd vorbei ist.

Wie läuft die Suche mit der Wärmebild-Drohne ab?

  • Unsere Kitzretter-Teams kommen in der Regel zu zweit, bauen die Technik auf und lassen sich von einer ortskundigen Person einweisen.
  • In der Regel wird die Drohne für die Suchflüge programmiert und fliegt die relevanten Flächen dann in idealer Streckenführung automatisiert ab.
  • Pilot und Spotter beurteilen mögliche Wärmesignaturen und versuchen Kitze zu identifizieren.

Was, wenn ein Kitz gefunden wird?

  • Soweit ein Kitz gefunden wird, werden idealerweise zwei Helfer mittels Funkgeräts eingewiesen.
  • Sie nähern sich dem Kitz ruhig und möglichst leise, sichern das Kitz und tragen es in einem Behälter aus der Wiese an einen schattigen Platz. Soweit der Behälter nicht verschließbar ist, wird das Kitz unter dem umgedrehten Behälter abgelegt und dieser sodann (z.B. mit einem schweren Ast) am Boden fixiert, damit die Geiß, sollte sie vorbeikommen, den Behälter nicht umwerfen kann.
  • Nun muss zeitnah die Mahd erfolgen!
  • Eine der anwesenden ortskundigen Personen übernimmt die Verantwortung dafür, dass die gesicherten Kitze möglichst schnell nach der Mahd wieder freigelassen werden. Übrigens: Keine Sorge, wenn die Geiß ihre Kitze nicht gleich aufsucht: Sie hat meist alles im Blick, nähert sich aber erst, wenn wieder Ruhe eingekehrt ist.

Was kostet so ein Einsatz?

  • Nein. Wir fliegen ehrenamtlich! Natürlich ist eine Drohne teuer und der Sprit für die Anfahrt der Drohnenpiloten ist es inzwischen auch. Wir freuen uns deshalb über Spenden an den Jägervereinigung Ehingen e.V. IBAN: DE56 6305 0000 0009 3000 00; bei der Sparkasse Ulm unter Stichwort: Kitzrettung).