Landesjägertag 2026 in Schwäbisch Gmünd

Unsere fünf Delegierten vertraten die Jägervereinigung Ehingen beim Landesjägertag 2026 in Schwäbisch Gmünd

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Am Samstag, 25. Juli 2026, trafen sich mehrere hundert Jägerinnen und Jäger, Delegierte, Ehrengäste und Interessierte zum Landesjägertag des Landesjagdverbandes Baden-Württemberg im Congress-Centrum Stadtgarten in Schwäbisch Gmünd.

Unter dem Leitthema „Wild und Wald im Wandel“ standen die aktuellen Herausforderungen für Wald, Wild und Jagd im Mittelpunkt. Der Klimawandel, längere Trockenperioden, geschädigte Waldbestände und der notwendige Waldumbau stellen Waldbesitz, Forst und Jägerschaft gleichermaßen vor große Aufgaben.

Nach der Begrüßung durch Landesjägermeister Dr. Jörg Friedmann gab Marion Gentges, Ministerin für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat, einen Einblick in die aktuellen jagdpolitischen Themen des Landes. Dabei würdigte sie ausdrücklich das umfangreiche ehrenamtliche Engagement der Jägerschaft für Wildtiere, deren Lebensräume und den Erhalt unserer Kulturlandschaft.

Wolf, Biber und Saatkrähe

Ein Schwerpunkt lag auf dem zukünftigen Umgang mit Tierarten, deren zunehmende Bestände in vielen Regionen zu Konflikten führen. Genannt wurden insbesondere Wolf, Biber und Saatkrähe.

Dabei wurde deutlich, dass ein modernes Wildtiermanagement nicht nur aus gesetzlichen Regelungen bestehen darf, sondern auch in der Praxis umsetzbar sein muss. Wenn Schäden entstehen oder Konflikte zunehmen, müssen schnelle, klare und rechtssichere Lösungen möglich sein.

Gerade beim Wolf, beim Biber und bei der Saatkrähe erwartet die Jägerschaft praxistaugliche Regelungen, die den örtlichen Gegebenheiten Rechnung tragen und die Menschen vor Ort nicht alleinlassen.

Wald und Wild gemeinsam betrachten

In den anschließenden Vorträgen und Diskussionen wurde deutlich, dass Wald und Wild nicht gegeneinander ausgespielt werden dürfen. Gesunde und widerstandsfähige Wälder sowie gesunde Wildbestände müssen gemeinsam gedacht werden.

Eine an die jeweiligen Revierverhältnisse angepasste Jagd bleibt ein wichtiger Bestandteil des Waldumbaus. Gleichzeitig benötigen unsere Wildtiere geeignete Lebensräume, Rückzugsflächen, Ruhe und ausreichend Äsungsmöglichkeiten.

Pauschale Lösungen helfen dabei ebenso wenig wie gegenseitige Schuldzuweisungen zwischen Waldbesitz, Forst und Jägerschaft. Entscheidend ist vielmehr eine vertrauensvolle Zusammenarbeit und eine Planung, die sich an den tatsächlichen Verhältnissen vor Ort orientiert.

Auch das Projekt „Wild-Wald-Bewusstsein“ des Landesjagdverbandes setzt an diesem Punkt an. Es soll den Austausch zwischen Jägerschaft, Forst und Waldbesitz fördern und dabei helfen, gemeinsame und tragfähige Lösungen zu entwickeln.

Impulse für die Jagdpraxis

Mit Bertram Graf von Quadt zu Wykradt und Isny sowie Forstassessor Felix Kuwert kamen zwei Referenten zu Wort, die die Themen Wald, Wild und Jagd aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachteten.

Dabei ging es nicht nur um Abschusszahlen und Naturverjüngung, sondern ebenso um Waidgerechtigkeit, Verantwortung gegenüber dem Wild und eine langfristige Planung im Revier.

Die Vorträge machten deutlich, dass moderne Jagd weit mehr bedeutet als die reine Erfüllung eines Abschussplans. Sie verlangt Kenntnisse über Wildbestände, Lebensräume, forstliche Ziele und die Auswirkungen des eigenen Handelns.

Die Jägervereinigung Ehingen war vertreten

Auch die Jägervereinigung Ehingen nahm mit fünf Delegierten am Landesjägertag teil. Neben der Teilnahme an der Delegiertenversammlung bot die Veranstaltung zahlreiche Möglichkeiten zum persönlichen Austausch mit Vertretern anderer Jägervereinigungen und den Verantwortlichen des Landesjagdverbandes.

Gerade bei Themen wie Waldumbau, Wildtiermanagement, Wolf, Biber und der zukünftigen Ausrichtung der Jagd ist es wichtig, dass auch die Sichtweisen der örtlichen Jägervereinigungen auf Landesebene vertreten werden.

Austausch und Verbandsarbeit

Der Landesjägertag bot neben den politischen und fachlichen Themen viel Raum für persönliche Gespräche. Die Vertreter der Jägervereinigungen aus ganz Baden-Württemberg nutzten die Gelegenheit, Erfahrungen auszutauschen, Kontakte zu pflegen und gemeinsame Anliegen zu diskutieren.

Am Nachmittag schloss sich die verbandsinterne Delegiertenversammlung an. Sie ist das höchste Entscheidungsgremium des Landesjagdverbandes Baden-Württemberg und behandelt wichtige Fragen zur zukünftigen Ausrichtung der organisierten Jägerschaft.

Der Landesjägertag in Schwäbisch Gmünd zeigte erneut, wie vielfältig die Aufgaben der Jägerschaft geworden sind. Neben der Jagdausübung gehören der Schutz und die Verbesserung von Lebensräumen, das Wildtiermonitoring, die Vermeidung von Wildschäden und die Information der Öffentlichkeit längst zum jagdlichen Alltag.

Die Herausforderungen werden in den kommenden Jahren sicherlich nicht kleiner. Umso wichtiger ist es, dass sich die Jägerschaft geschlossen, sachlich und mit ihrer praktischen Erfahrung in die politischen und gesellschaftlichen Diskussionen einbringt.

Die zentrale Botschaft des Landesjägertages war klar: Die Zukunft unserer Wälder kann nur gemeinsam mit den Menschen vor Ort und unter Berücksichtigung unserer Wildtiere gestaltet werden.

Totenehrung und besondere Auszeichnung

Ein bewegender Moment der Delegiertenversammlung war die Totenehrung. Dabei wurde unter anderem Rudolf Kunzelmann von der Jägervereinigung Saulgau gedacht. Als herausragender Jagdschütze war er weit über seine eigene Jägervereinigung hinaus bekannt. Auch viele Mitglieder unserer Jägervereinigung kannten ihn persönlich, da er über viele Jahre nahezu zum festen Inventar des Schießstandes in Saulgau gehörte, an dem auch die Jägervereinigung Ehingen beteiligt ist.

Im Rahmen der anschließenden Ehrungen wurde Martin Balz von der Jägervereinigung Münsingen mit der Auszeichnung in Gold, Sonderstufe, geehrt. Damit wurden seine besonderen Verdienste bei der Organisation und Weiterentwicklung der Mitgliederverwaltung gewürdigt.

Mit den Jägervereinigungen Saulgau und Münsingen verbindet uns als benachbarte Jägervereinigungen seit vielen Jahren ein enges und freundschaftliches Verhältnis. Umso mehr waren für unsere Delegation sowohl die Totenehrung als auch die Auszeichnung von besonderer Bedeutung.

Landesjägertag 2027 findet in Ehingen statt

Zum Abschluss der Veranstaltung gab es für unsere Jägervereinigung noch einen ganz besonderen Moment.

Bevor die Jagdhornbläser aus Schwäbisch Gmünd die Delegierten musikalisch verabschiedeten, trat unser Kreisjägermeister Harald Bloching vor das Gremium und die versammelten Delegationen.

In seiner Ansprache sprach er offiziell die Einladung zum Landesjägertag 2027 nach Ehingen aus. Mit seiner charmanten Art wies er dabei auch darauf hin, dass Ehingen Bierkulturstadt ist und noch heute fünf eigene Brauereien mit insgesamt 53 verschiedenen Biersorten beheimatet.

Diese humorvolle und zugleich herzliche Einladung wurde von den Delegationen mit außergewöhnlich starkem Beifall aufgenommen.

Damit steht fest:

Die Jägervereinigung Ehingen ist offizieller Ausrichter des Landesjägertages 2027.

Für unsere Jägervereinigung ist dies eine besondere Ehre, zugleich aber auch eine große organisatorische Aufgabe. Wir freuen uns darauf, im kommenden Jahr Jägerinnen und Jäger sowie Delegationen aus ganz Baden-Württemberg in Ehingen begrüßen zu dürfen.

Der Landesjägertag 2026 endete für unsere Delegation damit nicht nur mit vielen interessanten Eindrücken und Gesprächen, sondern auch mit großer Vorfreude auf ein besonderes Ereignis, das im kommenden Jahr in unserer Heimat stattfinden wird.