Zwei erfolgreiche Vortragsabende mit Förster Tobias Schwaz
Hausen/Dächingen – Der Klimawandel betrifft nicht nur die Städte, sondern zeigt sich immer deutlicher auch in unseren heimischen Wäldern. Welche Folgen das hat, erläuterte Tobias Schwaz, Förster und Mitglied der Jägervereinigung Ehingen (JV Ehingen), in zwei gut besuchten Vorträgen in Hausen und Dächingen.
An beiden Abenden informierte Schwaz anschaulich über die spürbaren Veränderungen im Wald. Hitze, Trockenheit, Stürme und Schädlinge setzen den heimischen Bäumen zunehmend zu. Besonders betroffen seien Nadelbäume wie die Fichte, die mit den trockeneren Böden und den steigenden Temperaturen kaum mehr zurechtkämen.
„Der Wald, wie wir ihn heute kennen, wird sich verändern – und das nicht erst in 100 Jahren,“ betonte Tobias Schwaz eindringlich. „Bereits in naher Zukunft werden viele Baumarten in unseren Wäldern massive Probleme bekommen.“ Der Förster warnte davor, die Auswirkungen des Klimawandels zu unterschätzen – sie seien bereits jetzt sichtbar und würden sich deutlich beschleunigen.
Trotz dieser düsteren Aussichten zeigte Tobias Schwaz auch Lösungsansätze auf: etwa durch den Umbau zu artenreichen Mischwäldern mit klimaresistenten Baumarten und durch eine naturnahe Waldbewirtschaftung.
Ein besonderes Augenmerk legte Schwaz auf die Bedeutung des Waldes als CO₂-Speicher, als Lebensraum und als Rückzugsort für Mensch und Tier. In diesem Zusammenhang betonte er auch die wichtige Rolle der Jägerschaft, insbesondere der Mitglieder der JV-Ehingen: Diese tragen durch eine angepasste Bejagung dazu bei, die natürliche Verjüngung der Wälder zu ermöglichen. Vor allem junge Bäume müssen vor zu hohem Wildverbiss geschützt werden, damit sie eine Chance haben, sich zu entwickeln und stabile Mischwälder zu bilden.
Das Verständnis für die Notwendigkeit angepasster Wildbestände war während der Veranstaltungen deutlich spürbar. In den anschließenden Diskussionen wurden verschiedene Jagdstrategien und Wege zur Zielerreichung intensiv diskutiert – und das stets mit dem gemeinsamen Ziel, nicht auf einen gesunden und vernünftigen Wildbestand zu verzichten.
Die Gespräche fanden auf Augenhöhe, fachlich fundiert und lösungsorientiert statt. Gerade dieser respektvolle und konstruktive Austausch zwischen Jägern, Förstern, Waldbesitzern verlieh den Abenden eine besondere Qualität – und ließ die Veranstaltungen zu einem rundum erfolgreichen Event werden.
Tobias Schwaz schloss mit einem Appell: „Der Wald braucht unsere Hilfe – und er braucht sie jetzt.“ Nur durch gemeinsames Handeln könne es gelingen, ihn für kommende Generationen zu erhalten.










